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Gebäude im Bereich des heutigen Deichs
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es in Duhnen zahlreiche Gebäude im Bereich des heutigen Deichs. Von diesen sind alle, bis auf die Lesehalle, heute verschwunden. Auf dieser Seite sollen diese lokalisiert und zeitlich eingeordnet werden. Teilweise widersprechen diese Einordnungen der in den letzten Jahrzehnten erschienen Literatur. Meine Angaben wurden vor allem in Dokumenten aus der Existenzzeit der Gebäude recherchiert. Dazu gehören Akten im Stadtarchiv, historische Zeitungsartikel und Badeführer aus der Zeit. Natürlich kann es auch hierbei zu Fehlern gekommen sein. Über entsprechende Hinweise freue ich mich.
(Bildquelle: KI generiert mit ChatGPT und manuell um die Gebäde ergänzt)
neuer Rettungsschuppen: 1880 - 1935Quellen: Bau ca. 1880 (Artikel Cuxhavener Zeitung vom 09. April 1935) / Abriss 1935 (Artikel Cuxhavener Zeitung vom 09. April 1935)
Der neue Rettungsschuppen wurde ca. 1880 für das Duhner Rettungsboot errichtet. Der alte Schuppen soll sich nach Meinung mehrerer moderner Quellen grob im Bereich der heutigen Lesehalle befunden haben, eventuell liegt aber auch eine Verwechselung zum Strandschuppen vor, der definitiv dort gestanden hat (siehe Abschnitt Lesehalle). Man liest aber auch, dass er im östlichen Strandbereich gewesen sein soll. Markant an ihm waren die 5 Stützen an jeder Seite. Zurück zum neuen Schuppen: Nach der Schließung der Station 1932 wurde das Gebäde noch einige Jahre als Garage für Autos genutzt, bevor er abgerissen wurde. Das untere Bild zeigt den einständigen neuen Rettungsschuppen neben dem zweiständigen Lagerschuppen der Badebrücke.
Lichthaus: 1898 - 1958Quellen: Bau 1898 (Dokumente Stadtarchiv: Amt Ritzebüttel II Nr. 1089) / Abriss 1958 (Günther Borchers: Die Elbe & ihre Leuchttürme 2024)
Das Lichthaus oder auch Leuchtbake genannte Gebäude ersetzte das 1898 gelöschte Kegelbakelicht. Dies lag an der veränderten Position des Feuerschiffes Elbe IV mit dem dieses Quermarkenfeuer korrespondierte. Um bei einem erneuten Standortwechsel des Feuerschiffes unproblematisch den Standort wechseln zu können, wurde im Mietvertrag (interessanterweise nicht Pachtvertrag) eine Kündigungsfrist von vier Wochen seitens des Mieters vereinbart. Das Lichthaus besaß zwei Feuer: Eines war das Quermarkenfeuer zur Orientierung der Schifffahrt, die die Elbmündung ansteuern. Das zweite ein weißes Feuer zur Orientierung im Watt. Es wurde nur bei Bedarf eingeschaltet. Das Haus hatte ein rotes Ziegeldach und war gelblich-weiß gestrichen. An dem Haus erkennt man die quasi nicht vorhandene Deichhöhe an der Stelle, da das Licht ja über diesen scheinen musste. Im Zuge des Deichumbaus in Duhnen wurde das Leuchthaus im März 1958 außer Betrieb genommen und das Quermarkenfeuer auf die Lesehalle versetzt.
Badebrücke des israelitischen Kinderhospizes: 1904 - 1914Quellen: Bau ca. 1904 (Bauplan im Stadtarchiv; Bestand Karten und Pläne, A110/Seite 60. auch hier auf meiner Webseite unter Rundgang 1910er) - ca. 1914 (auf Karten von 1911 und 1912 noch eingezeichnet, im Krieg aber weg)
Das israelitischen Kinderhospiz Duhnen besaß eine eigene Badebrücke im östlichen Duhner Strandbereich, auf Höhe des Hospizes. Dieses befand sich zwischem dem heutigen Terrassenhaus und dem heutigen Hotel Seelust. Sie war aus Holz gebaut und wurde vermutlich parallel zum Hospiz bei Kriegsbeginn 1914 abgerissen, um die Schussbahn für das Fort Thomsen frei zu machen.
Duhner Badebrücke: 1906 - 1947Quellen: Bau 1904 (Akte Stadtarchiv: Stadt Cuxhaven Nr. 775) - 1947 (Hamburger Echo 18. Februar 1947)
Die Badebrücke Duhnen. Die erste Version davon wurde 1904 eingeweiht aber bereits im Sommer des Jahres bei einem Sturm zerstört. Im folgenden Jahr gab es einen provisorischen Ersatzbau. Dieser erhielt am Eingang ein Kassenhäuschen und hielt bis zum Herbst 1905. 1906 wurde dann als dauerhafte Lösung eine stabile Brücke erbaut wurde. Sie war 200 m lang und 2,5 m breit. Damit die Brücke bei ungünstiger Witterung möglichst wenig Schaden nahm, konnte u.a. das Geländer und die Bohlen demontiert und in einem Schuppen auf dem Deich eingelagert werden. Wie aus einem Schriftstüm;ck vom 21. März 1925 hervorgeht, wurden auch die Kabinenaufbauten im Winter demontiert. Die Brücke von 1906 wurde 1925 erheblich um- und ausgebaut: Die Zahl der Badekabinen wurde auf 24 "vermehrt" und diese derart erhöht montiert, dass sie nicht mehr von einer Sturmmflut bedroht waren. Diese Version der Brücke von 1925 stand dann gut 20 Jahre bis sie im Februar 1947 endgültig nach dem Zweiten Weltkrieg im Kältewinter in den Öfen der Cuxhavener verheizt wurde. Bereits zuvor wurden immer wieder Holzteile zu Heizzwecken entwendet. Die Brücke hatte also im wesentlichen vier Gesichter: 1904-1905, 1906-1925 und 1925-1947. Im folgenden jeweils eine Aufnahme dazu, wobei die ersten beiden schon die beschädigte Versionen zeigen:
Lagerhaus für die Badebrücke / später Strandbasar: 1907 - 1956Quellen: Bau 1907 (Akte im Stadtarchiv Amt Ritzebüttel II Nr. 941) - 1956 (Notiz in der Cuxhavener Zeitung vom 30. November 1956)
Da bei der Brücke von 1906 viele Bauteile im Herbst abmontiert wurde, um die Brücke vor Sturmfluten zu schützen war der Bau eines Lagerschuppens erforderlich, um diese gut einlagern zu können. Nach einigem hin und her und einer provisorischen Einlagerung im Winter 1906/1907 entschied man sich für den Platz direkt neben dem neuen Rettungsschuppen. Er erhielt zwei großzügige Tore und wird daher oft mit einem Rettungsschuppen verwechselt. Die großen Tore waren notwendig, um bis 1925 auch die Badekabinen in den Schuppen zu bekommen. Ab 1925 waren diese erhöht fest montiert. Im Frühjahr 1933 wurden im Schuppen zeitweise Jugendliche des Freiwilligen Arbeitsdienstes (FAD, später Reichsarbeitsdienst (RAD)) untergebracht, was zu Protesten der Duhner Bevölkerung führte. Diese waren erfolgreich und es wurden Baracken im Bereich der Görnestiftung errichtet. Zwischenzeitlich wurde aus dem Lagerschuppen ein Strandbasar bevor er im Rahmen der Deichumgestaltung abgerissen wurde.
Familienbad: 1913 - 1933Quellen: Bau 1912 (Bauvertrag aus dem Sommer 1912 im Stadtarchiv, KLB 190) - 1933 (Brief der Gemeinde Duhnen aus 1933, wo man sich beim Hamburgischen Amt Ritzebüttel über den ersatzlosen Abriss beklagt, Amt Ritzebüttel II Nr. 2751).
Musikpavillon: 1927 - 1960Quellen: Bau 1927 (1928 erstmals in der Urlauberbroschüre erwähnt und abgebildet) - ca. 1960 (in den 1950er noch auf Bildern zu sehen, 1963 stand die neue Konzertmuschel)
Bedürfnisanstalt: 1930 - ??Quellen: Bau ca. 1930 (Anmietung des Geländes in: Stadtarchiv Cuxhaven, Amt Ritzebüttel II Nr. 2387) - ?? (auf Nachkriegsansichten nicht mehr zu erkennen)Für den mir vorliegenden Lageplan und die Bauzeichnung fehlen mir die Genehmigungen zur Veröffentlichung.
Strandschuppen: ?? - 1938Quellen: Abriss 1938 (Notiz in der Cuxhavener Zeitung vom 30. März 1938)Lesehalle: 1938 - heuteQuellen: Bau 1938 (diverse übereinstimmende Quellen)
Im Bereich der heutigen Lesehalle stand bis März 1938 ein Strandschuppen. Dieser hat mindestens seit 1905 existiert und wird in einem Brief (Stadtarchiv Cuxhaven, Stadt Cuxhaven Nr. 775) als jetziger Strandschuppen bezeichnet. In einem Brief vom 03. April 1937 an die Hamburgische Fianzverwaltung (Stadtarchiv Cuxhaven, Stadt Cuxhaven Nr. 775) bittet die Stadt Cuxhaven um die Erlaubnis zum Abbruch des "massiven Schuppens". Es ist nicht eindeutig zu entnehmen, welcher Schuppen nun genau gemeint ist, da auch der Badebrücken-Lagerschuppen Hamburg gehörte. Wahrscheinlich ist jedoch wegen des zeitlichen Zusammenhangs zum tatsächlichen Abriss, dass der Strandschuppen gemeint ist. Am 30. März 1938 wurde dann in der Cuxhavener Zeitung vom Abriss dieses Gebädes in Zusammenhang mit dem Bau der Lesehalle berichtet.
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