Rundgang durch den Cuxhavener Hafen in den 1940er Jahren
1939-1941: Holztreppe an der Außenkante der Alten Liebe. Die erste Version dieses Bauwerks wurde als eine der Folgen der Weihnachtssturmflut 1713 erstmals im Jahre 1732 oder 1733 mit drei ausgedienten Schiffen, die versenkt wurden, errichtet. Damit sollte die Hafenzufahrt und damit der Hafen langfristig gesichert werden. Zuvor waren die bisherigen Hafeneinfahrten regelmäßig durch die Naturgewalten zerstört worden. 1785 wurde erstmals ein Holzhöft errichtet, welches 1864 um 5 m weiter in die Elbe hineinversetzt und von 23 auf 54 m mehr als verdoppelt wurde. Dieser Version müsste auf dem Bild zu sehen sein. 1981 wurde das Bauwerk grundlegend erneuert und umgebaut. Dabei fiel u.a. die bisherige Funktion als Anleger weg.
(Scan eines Originalfarbdias; Foto: Alfred Kleinert; Bildquelle: Archiv Peter Bussler (er hat die Originaldias von Enno Kleinert, Sohn des Fotografen, im Mai 2026 erhalten); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Juni 2026)
1939-1941: Die damalige Hafeneinfahrt mit dem einfahrenden Schlepper Stier (Heimathafen Bremen) des Nordeutschen Lloyd Bremen. Er wurde 1921 bei der AG Weser gebaut und war 39,2 m lang und 7,8 m breit. Mit ihren 700 PS erreichte sie eine Geschwindigkeit von 13,5 kn (25 km/h). Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schiff zwei Mal versenkt und nach dem Krieg verschrottet. Da der Schlepper am Aufnahmmedatum nicht die Hakenkreuz-Version der Reichskriegsflagge sondern die damalige Handelsflagge führt, scheint er noch nicht von der Marine beschlagnahmt worden zu sein. Dies geschah jedoch während des Krieges und das Schiff war zeitweise in Brest (Frankreich) stationiert.
(Scan eines Originalfarbdias; Foto: Alfred Kleinert; Bildquelle: Archiv Peter Bussler (er hat die Originaldias von Enno Kleinert, Sohn des Fotografen, im Mai 2026 erhalten); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Juni 2026; Danke an Dr. Joachim Arhelger (IMA) für die Indentifikation des Schiffes)
1940: Blick von der Alten Liebe auf die Einfahrt zum Alten Hafen. Im Hintergrund sieht man verschwommen die Anlagen des Steubenhöft.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 12b-01560; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Februar 2026)
1948: Blick auf die Zufahrt des Alten Hafens. An der Holzpier liegt der Reededampfer Alte Liebe.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 12b1-02038; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Februar 2026)
1949: Der Reededampfer Alte Liebe am Laufsteg zur Alten Liebe. Das Schiff hatte eine interessante Lebensgeschichte: Es wurde 1931 als Lotsenschiff bei Nobiskrug in Rendsburg für das Deutsche Reich / Schiffahrtsamt Cuxhaven gebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde es 1940 in Calais eingesetzt, kam aber bereits 1941 wieder zurück nach Cuxhaven. 1960 wurde das Schiff ausgemustert und kam über die Zwischenstation Taucher Otto Wulf nach Hamburg, wo es zum Motorschlepper Kerstin umgebaut wurde. 2008 wurde es abgewrackt.
(Fotograf: Herrmann Borrmann (Cuxhaven); Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 13d5-10106; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Oktober 2025)
1948: Die Jan Molsen legt ab, um ihre Passagiere nach Hamburg zu bringen. Die Jan Molsen wurde 1925 ursprünglich als Hamburger Hafenfähre gebaut. Sie hatte 3000 Plätze für Passagiere und ist damit die bis heute größte Hafenfähre gewesen. Namensgeber des Schiffs war das Vorstandsmitglied Jan Molsen der HADAG (Hamburger Dampfschiff AG). Da seinerzeit eigentlich kein Bedarf an einem so großen Fährschiff in Hamburg bestand, wurde es letztendlich für tägliche Fahrten auf der Route Hamburg-Cuxhaven eingesetzt. Nach dem Krieg unternahm sie auch Ausflugsfahrten von Cuxhaven aus, u.a. zu den Wracks der gestrandeten Schiffe Fides und Ondo. 1967 wird sie nach Italien verkauft und verkehrt als Isola di Capri zwischen Neapel und Capri. 1988 wird sie bei Neapel abgewrackt.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 12b1-10091b; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Februar 2026)
ca. 1940 (laut Stadtarchiv): Blick über die Einfahrt des Alten Hafens. Links sind das Semaphor und die Alte Liebe zu erkennen. Vor dem Hafen fährt ein Schiff der Kriegsmarine. Wahrscheinlich gehört es zu der Königsberg-Klasse. Diese wurde in drei Einheiten von 1926 bis 1929 gebaut. Zwei der drei Schiffe gingen bei dem Unternehmen Weserübung (Überfall auf Norwegen und Dänemark im April 1940) im Zweiten Weltkrieg verloren. Das letzte Schiff wurde 1945 in Wilhelmshaven versenkt. Das Seebäderschiff rechzs im Bild ist die Königin Luise (II). Sie wurde 1934 bei den Howaldtswerken in Hamburg gebaut und 1941 durch eine Mine versenkt. Vor dem Krieg verkehrte sie nach Helgoland. Ab September 1939 wurde sie zum Minenschiff umgebaut und zur Verminung des Kattegats und Skagerraks eingesetzt. Das spricht dafür, dass das Bild vor dem Kriegsbeginn 1939 entstanden ist.
(Postkartenverlag Rudolph; Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 12b1-26802; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Februar 2026)
ca. 1940: Blick auf die markanten Gebäude an der Alten Liebe, von links: Marinesignalstation, Leuchtturm und Semaphor
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 12b1-31187; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Februar 2026)
1939-1941: Der Schlepper Simson vor dem Semaphor. Der Schlepper gehörte zum Netzsperrverband und wurde vor dem Krieg auf der Stülcken-Werft in Hamburg gebaut.
(Scan eines Originalfarbdias; Foto: Alfred Kleinert; Bildquelle: Archiv Peter Bussler (er hat die Originaldias von Enno Kleinert, Sohn des Fotografen, im Mai 2026 erhalten); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Juni 2026)
1939-1941: Der Reserve-Lotsendampfer Capitain Karpfanger. Er wurde 1892/1893 als Lotsendampfer für die Hansestadt Hamburg gebaut. Das Schiff wurde 1958 verschrottet
(Scan eines Originalfarbdias; Foto: Alfred Kleinert; Bildquelle: Archiv Peter Bussler (er hat die Originaldias von Enno Kleinert, Sohn des Fotografen, im Mai 2026 erhalten); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Juni 2026)
1944: Blick entlang des Deiches in Richtung Alte Liebe. Die Häser links auf dem Deich stehen noch genauso. Rechts sieht man den Leuchtturm und den Kran der Beckmannwerft.
(Foto: Glocke; Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 22e6-00282; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Februar 2026)
1939-1941: Blick zum Kai mit dem Lotsenzubringer Ditmar Koel. Der Bau der Ditmar Koel wurde bei Ferdinand Schichau in Danzig vor dem Ersten Weltkrieg in Auftrag gegeben und 1916 in Betrieb genommen. Sie sank im Januar 1934 bei Scharhörn. Im Hintergrund sieht man den alten Hafenbahnhof.
(Scan eines Originalfarbdias; Foto: Alfred Kleinert; Bildquelle: Archiv Peter Bussler (er hat die Originaldias von Enno Kleinert, Sohn des Fotografen, im Mai 2026 erhalten); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Juni 2026)
1946: Die beiden Bergungsschlepper Danzig und Seebär im Alten Hafen. Die Danzig wurde 1937 bei F. Schichau in Danzig gebaut. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie von der Kriegsmarine eingesetzt und nach dem Krieg bei der Marineränung. 1974 wurde sie ins Ausland verkauft. Ihre Spur verliert sich 1982. Die Seebär wurde 1888 auf der Kaiserlichen Werft in Bremerhaven gebaut. In beiden Weltkriegen war sie für die Reichs- bzw. Kriegsmarine im Einsatz. Nach dem Krieg wurde sie an den Eigentümer, die Bugsier-Reederei & Bergungs AG Bremerhaven, zurückgegeben.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 12b1-10103; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Februar 2026)
Ende 1940er: Blick entlang der Deichstraße.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 22e6-07933; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Februar 2026)
1944: Die Zollkaje mit der Drehbrücke. Eine Drehbrüm;cke wurde erstmals 1784 errichtet und mehrfach erneuert, zuletzt 1903. 1955 wurde diese Brückenart durch die heute noch in Betrieb befindliche Klappbrücke ersetzt.
(Foto: Glocke; Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 22e6-03350; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Februar 2026)
1949: Blick entlang des Schleusenpriels in Richtung Innenstadt.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 12b1-10108; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Februar 2026)
1939-1941: Der Schleusenpriel in einem Eiswinter.
(Scan eines Originalfarbdias; Foto: Alfred Kleinert; Bildquelle: Archiv Peter Bussler (er hat die Originaldias von Enno Kleinert, Sohn des Fotografen, im Mai 2026 erhalten); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Juni 2026)
1944: Blick von der Drehbrüm;cke auf eine der Werften im Schleusenpriel, vermutlich die Mützelfeldwerft. Diese wurde in den 1970er Jahren in den Amerikahafen verlegt.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 12b1-03536; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Februar 2026)
1948: Krabbenkutter im Alten Hafen.
(Fotograf: Herrmann Borrmann (Cuxhaven); Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 14b6-08271; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Oktober 2025)
1944: Die Beckmannwerft mit zwei Marineschiffen an der Pier. Es handelt sich um Minensuchboote vom Typ 1940. Diese wurden ab 1941 in Betrieb genommen und hatten eine Länge von 62,3 m. Insgesamt wurden ca. 130 Exemplare dieses Schiffstyps gebaut.
(Fotograf: Julius Simonsen; Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 12b1-03349; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Februar 2026; Danke an Dr. Joachim Arhelger (IMA) für die Indentifikation des Schiffes)
ca. 1944: Blick über den Alten Fischereihafen, der damals noch Neuer Hafen hieß. Das heute Alter Fischereihafen genannte Hafenbecken wurde ab 1907 ausgebaggert. Nach dem Ersten Wetkrieg erhielt er sein über Jahrzehnte erhaltenes Gesicht. Im Normalfall war der Ablauf so, dass die Schiffe nach einer Fangfahrt zunächst die im Bild rechts zu sehenden Fischhallen angelaufen haben, um sich dann auf der gegenüberliegenden Seite für die nächste Reise auszurüsten. Im Hintergrund sieht man die Dächer der Hapag-Hallen und ein Passagierschiff am Steubenhöft.
(Postkartenverlag Rudolf Vieth; Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 12c2-27581; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Februar 2026)
1939-1941: Schiffe in einem Eiswinter im Alten Fischereihafen vor den Fischhallen. Die Gebäude an der Kaikante (Auktionshallen) wurden in den 2010ern abgerissen. Im Vordergrund ist das Küstenmotorschiff Adele mit Heimathafen Hamburg zu sehen. Die Adele wurde 1936 auf der Werft E. Berninghaus (Köln-Deutz) für H.D. Winter gebaut. Sie war zum Aufnahmedatum 35,9 m lang und wurde nach mehreren Eignerwechseln und einer Verlängerung auf 40,5 m schließlich ca. 1972 abgewrackt.
(Scan eines Originalfarbdias; Foto: Alfred Kleinert; Bildquelle: Archiv Peter Bussler (er hat die Originaldias von Enno Kleinert, Sohn des Fotografen, im Mai 2026 erhalten); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Juni 2026; Danke an Dr. Joachim Arhelger (IMA) für die Technischen Daten)
Link zu einem Video des Abrisses der Auktionshalle bei Youtube: www.youtube.com/watch?v=uXiSkL02VEE
1949: Die Heringslagerhalle im Neuen Fischereihafen. Sie wurde 1947 als die damals größte Heringslagerhalle erbaut. In ihr konnten 30000 Faß gelagert werden. Ab 1954 wurde das Gebäde von Hussmann & Hahn genutzt, seit 2010 hat die Cuxhavener Tafel hier ihre Heimat.
(Fotograf: Herrmann Borrmann (Cuxhaven); Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 12e2-10123; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Oktober 2025)
1949: Die Wasserseite der Heringslagerhalle im Neuen Fischereihafen mit den beiden großen Kränen. Die Schiene an der Kaikante ist heute noch vorhanden. Die Pier wird heute von einem Schiff der Bundespolizei und vom Spülbagger von NPorts genutzt.
(Fotograf: Herrmann Borrmann (Cuxhaven); Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 12e2-10123a; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Oktober 2025)
1948: Windlieger im Amerikahafen. Der erste Ausbauschritt dieses Hafenbereichs begann 1872 als sogenannter Englischer Hafen. Hier war ein tideabh&aumml;ngiger und ein tideunabhängiger Hafenteil geplant. Die Bauarbeiten wurden wegen Geldmangels allerdings zwei Jahre später schon wieder eingestellt. In den 1890er Jahren setzte Hammburg den Bau fort und bezeichnete das Hafenbecken als Neuen Hafen. Die Zufahrt lag im Bereich des heutigen Steubenhöfts. Zu Beginn der 1910er Jahre wurde er dann zur heutigen Gröe ausgebaut. Bis zum Bau der Seeschleuse in den Jahren 1961 bis 1965 verlief die Zufahrt zum Neuen Fischereihafen durch den Amerikahafen. Der Neue Fischereihafen war zu der Zeit noch ein tideabhängiger Hafen.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 12d1-07891; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Februar 2026)
1949: Verladung von Heringfässern im Amerikahafen
(Fotograf: Herrmann Borrmann (Cuxhaven); Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 14c2-22877; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Februar 2026)
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