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Das israelitische Kinderhospiz Duhnen (1904-1914)


(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 55(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)


Das israelitische Kinderhospiz befand sich an der Cuxhavener Straße, auf dem Plan unten rechts. Es stand zwischen den heutigen Gebäuden Terrassenhaus Duhnen und Hotel Seelust. Laut zweier Pläne aus der damaligen Zeit 10 bzw. 13 m von der Straße entfernt. Vermutlich stand es dort, wo heute Wohnwagen bzw. -mobile zwischen den Bäumen stehen und Hotelgäste parken.
(Bildquelle: Sammlung Peter Bussler, Ausschnitt; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)


Das israelitische Kinderhospiz von der Cuxhavener Straße aus gesehen. Das Bild wurde ungefähr von Höhe der heutigen Wattwageneinfahrt aufgenommen.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 24d2-22726c; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)


Das israelitische Kinderhospiz an der Cuxhavener Straße wurde 1903/04 gebaut. Bauherr war der "Verein zur Gesundheitspflege schwacher israelitischer Kinder in Hamburg". Die Finanzierung erfolgte durch Großspenden der Familien Plaut (Leipzig) und Bleichschröder sowie durch zahlreiche weitere Spenden. Der Grund für den Standort war, dass Hamburger Ärzte seinerzeit die Seeluft als hilfreich gegen die damals verbreitete Lungenthuberkulose empfahlen. Architekt des Hauses war der Hamburger Regierungsbaumeister Friedhelm. Errichtet wurde es vom Döser Baugeschäft H. Koch und dem Maurermeister Brügmann. Das Gebäde war 40 m tief und knapp 15 m breit. Die Höhe betrug 21,5 m plus ein 8 m Turm. Das Hospiz hatte sogar eine Badeanlage mit Seebädern, eine biologische Kläranlage und Anschluss an die Gasversorgung. Die Baukosten betrugen 115000 Mark (dies entspricht heute gut 700000 €). Am 3. Juli 1904 fand die große Einweihungsfeier statt. Bis zu 130 Kinder konnten beherbergt werden. Vermutlich wegen fehlenden Heizmöglichkeiten konnte das Haus nur von Mai bis September gebucht werden. Ein Kuraufenthalt dauerte üblicherweise vier Wochen.
Vielen Dank an dieser Stelle an Uli Schmarje für die umfangreiche Unterstützung bei der Erstellung dieser Seite.


Postkarte des Kinderhospiz
(Foto: Albert Angelbeck, Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 24d2-22726; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Foto aufgenommen ungefähr aus dem Bereich der heutigen Garagenanlage des Terrassenhauses.
(Foto: Albert Angelbeck, Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, 24d2-22726a; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Werbeanzeige des Hospiz. Solche Anzeigen erschienen deutschlandweit in diversen jüdischen Zeitungen.
(Bildquelle: Sammlung Uli Schmarje; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Grundriss des Erdgeschoss
(Bildquelle: Sammlung Uli Schmarje; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Grundriss der Obergeschosse. Diese waren weitestgehend baugleich. Im ersten Obergeschoss waren planmäig Mädchen und im zweiten Obergeschoss Jungen untergebracht. Außer dem gab es in jeder der beiden Etage Räume für Aufsichten und je ein Einzelzimmer.
(Bildquelle: Sammlung Uli Schmarje; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Nachcolorierte Version einer Postkarte. Im Hintergrund sind Teile der damaligen Duhner Bebauung zu erkennen: Links die Pension Seelust (rot), rechts das imposante Kurhaus (späteres Ove-Ovens-Haus)
(Bildquelle: Sammlung Uli Schmarje; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)

Nach dem Bau des Fort Thomsen (zwischen Duhnen und Stickenbüttel) wurde 1905/1906 ein sogenannter Rayonplan erstellt. Ein Rayon ist in dem Zusammenhang ein Gebiet rund um eine Verteidigungsanlage, in dem es Beschränkungen hinsichtlich Bebauung und Bepflanzung gibt, um freie Sicht- und Schussbahnen zu garantieren. Zur Vorbereitung eines möglichen Krieges wurden von allen Gebäuden im Rayongebiet ab 1905 aufwändige Baupläne erstellt. Die folgenden Zeichnungen stammen alle aus dieser Arbeit.
Kurz nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges wurde das Haus gemäß des Rayonplanes abgerissen. Der Verein erhielt nur eine geringe Entschädigung, die durch die Inflation noch weiter entwertet wurde. Letztendlich wurden von Fort Thomsen nur einige Probeschüsse abgegeben. Wegen der starken Verteidigung der Elbmündung durch mehrere Forts traute sich kein feindliches Schiff in den Bereich.
Ein Wiederaufbau hätte ca. 1200000 Mark gekostet. Dieser war für den Verein trotz in Aussicht gestellter Förderung von ca. 40% nicht leistbar. Daher wurde das Grundstück später vom Eigentümer des Hotels Seelust übernommen.


Titelzeile des Gebäudeplans
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 55(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Lageplan des israelitischen Kinderhospizes. Die dort bezeichnete Chaussee ist die Cuxhavener Straße. Rechts unten im Bild ist das separate Abortgebäude zu sehen.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 51(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Kellergeschoss. Von der Küche im Keller gab es einen Geschirraufzug zum Speisesaal im Erdgeschoss.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 54(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Erdgeschoss
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 54(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Das 1. und 2. Obergeschoss, die weitestgehend baugleich waren.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 55(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Die sogenannte Sparrenlage über den beiden Wohngeschossen
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 55(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Ein Querschnitt des Hauses in der Längsseite
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 56(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Ein Querschnitt des Hauses in der Querseite
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 56(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Seitenansicht von der Ostseite (vom heutigen Terrassenhaus aus gesehen)
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 57(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Seitenansicht von der Nordseite (von der Cuxhavener Straße aus gesehen)
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 57(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Seitenansicht von der Westseite (vom heutigen Hotel Seelust aus gesehen)
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 58(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Seitenansicht von der Südseite (vom heutigen großen Campingplatz aus gesehen)
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 58(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Ansichten des sogenannten Abortgebäudes, welches sich abgesetzt vom Gebäude befand.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 59(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Grundrsiss des sogenannten Abortgebäudes, welches sich abgesetzt vom Gebäude befand.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 59(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Ansichten des separaten Speisesaals. Wo sich dieser befand, ist leider den mir vorliegenden Plänen nicht zu entnehmen.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 59(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Ansichten der separaten Spielhalle. Wo sich diese befand, ist leider den mir vorliegenden Plänen nicht zu entnehmen.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 59(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Lageplan des Abwassersystems und Schnitte durch das Sammelbassin und das Klärbecken
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 60(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)




Zeichnungen der Badebrücke für israelitische Kinder. Wo sich diese befand, ist leider den mir vorliegenden Plänen nicht zu entnehmen.
(Bildquelle: Stadtarchiv Cuxhaven, Bilderarchiv, A110/Seite 60(Ausschnitt); Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom April 2026)


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